Ausstellung sensibilisiert Jugendliche für Menschen auf der Flucht

Millionen Menschen fliehen weltweit vor Verfolgung, Menschenrechtsverletzungen, Krieg, Trockenheit, Katastrophen, Perspektivlosigkeit und Hunger. Doch ihr Schicksal ist weit entfernt vom Alltag der meisten Jugendlichen in Deutschland. Am Beispiel von Bürgerkriegsflüchtlingen im Ostkongo, wo Rohstoffkonflikte um seltene Erden ausgetragen werden, wurden die Besucherinnen und Besucher durch die multimediale Ausstellung im missio-Truck „Menschen auf der Flucht” für die Ausnahmesituation Flucht sensibilisiert.

Hanna Keding von der Koordinierungsstelle für Bürgerschaftliches Engagement in der Flüchtlingshilfe bei der AWO hat gemeinsam mit der Integrationslotsin Elisabeth Golly vom Landratsamt die mobile Ausstellung Anfang Oktober zu uns in den Landkreis geholt. Der Truck stand jeweils für einen Tag in Selb, Marktredwitz und Wunsiedel und in Kooperation mit diversen Schulen konnten in den drei Tagen rund 300 Schüler*innen  die Ausstellung erleben. Mit Hilfe von Avatarkarten und modernster Technik schlüpften sie im ersten Raum in das Leben einer Kongolesin oder eines Kongolesen und mussten dann selbst fliehen. Auch über 50 spontane Besucher*innen durchliefen dann im Laufe der Flucht verschieden Etappen und verschiedene Räume, wobei immer die Lebensleistung von Flüchtlingen im Mittelpunkt stand und deren Kraft, auch in widrigen Lebensumständen Würde zu bewahren, zu lernen und die eigene Entwicklung in die Hand zu nehmen. Als Besucher lernte man auch die verschiedenen Hilfen kennen, die Migrant*innen unterwegs erfahren: Soforthilfe, Empowerment, Traumaarbeit und Eingliederung in die Gesellschaft. Weltweite Fluchtursachen, persönliche Fluchtgeschichten aus verschiedenen Ländern und die Situation Geflüchteter in Deutschland ergänzten die Ausstellung.

„Das ist so authentisch wie möglich und die Enge im Truck macht die ganze Situation noch erfahrbarer“, so das Fazit eine 15- jährige Besucherin der Ausstellung. „Voll krass alles!“ kommentiert ihr Mitschüler die Erfahrung im Truck.

In einem anschließenden Workshop vertiefte ein Referent für die Schulklassen noch einmal die Fluchtursachen im Ostkongo und erläuterte den Zusammenhang zwischen Handys und dem Ostkongo. Denn dort wird unter anderem der für die Handyherstellung wichtige Rohstoff Coltan unter widrigsten Umständen abgebaut. Der Workshop erreichte die Jugendlichen bei einem für sie ganz zentralen Thema – dem Handy – und machte die weltweiten Zusammenhänge unseres Konsums deutlich. Dank der finanziellen Förderung von Demokratie leben! war der Truckbesuch für Schüler*innen und Besucher*innen kostenfrei.

Foto links: Hanna Keding (AWO Ehrenaamtkoordination), Alexander Wagner (AWO Kreisvorsitzender) und missio Referent Tété Agbodan 

Foto rechts: Der Truck mit Selber Schüler*innen vor der Bogner Schule in Selb

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