Argumentationstraining gegen Stammtischparolen

Was steckt eigentlich hinter platten Stammtischparolen? Dieser Frage gingen am Freitag den 20.04.2018  17 Neugierige gemeinsam mit dem Pädagogen Christian Boeser-Schnebel von der Uni Augsburg bei der AWO in Arzberg nach. Die Teilnehmer, die lernen wollten in Streitgespräche besser zu reagieren, haben im „Argumentationstraining gegen Stammtischparolen“ versucht, einmal die Perspektive zu wechseln: Denn das Hinterfragen der anderen Sichtweise helfe im kommunikativen Miteinander weiter, so der Leiter des Netzwerkes Politische Bildung Bayern. Er empfiehlt einfach mal die Warum-Frage zu stellen, statt Fakten und Argumente zu entgegnen. Auch die genaue Betrachtung des Spannungsfeldes in dem sich eine Diskussion bewegt schlägt Boeser-Schnebel vor, denn der andere habe auch Werte und Gründe für seinen Standpunkt. In zwei praktischen Übungen wurde dann auch versucht die Wechselwirkungen und das Dilemmata, in dem sich Streitthemen oft befinden, auszuloten. „Ich habe vor allem mitgenommen, einfach sensibler meinem Gegenüber zu sein und offene Gegenfragen zu stellen, um den anderen zu öffnen“, so eine Arzberger Teilnehmerin nach dem Workshop. Das es vor allem um das Wahrnehmen der beiden Seiten ging und argumentieren in Streitgesprächen nicht immer hilfreich sei, freute Hanna Keding, die als Koordinatorin für bürgerschaftliches Engagement bei der AWO die Veranstaltung organisiert hatte. Solange der Gesprächspartner bereit sei zum demokratischen Diskurs, so der Pädagoge abschließend, solle immer das Gespräch versucht werden. Wenn aber eine gefestigte Haltung vorliege, dann haben Diskussionen leider oft keinen Sinn mehr, dann müsse man sich von dessen Haltung deutlich distanzieren.

 

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